{"id":39,"date":"2023-04-18T18:42:16","date_gmt":"2023-04-18T18:42:16","guid":{"rendered":"https:\/\/forschungsgruppe-pronomen.de\/?page_id=39"},"modified":"2026-07-15T11:47:21","modified_gmt":"2026-07-15T11:47:21","slug":"praktiken-der-personenreferenz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/tp6.forschungsgruppe-pronomen.de\/en\/","title":{"rendered":"Teilprojekt 6: Multimodalit\u00e4t von Personenreferenz"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Willkommen auf der Projektseite des Teilprojekt 6!<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Mitarbeiter:innen: Karola Pitsch, Felix Bergmann (Duisburg-Essen)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Projekt\u00fcbersicht<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine <strong>detaillierte Projekt\u00fcbersicht<\/strong> mit Beschreibung von <strong>Daten, Methodik<\/strong> und <strong>Ergebnissen<\/strong> inkl. <strong>Publications<\/strong> findet sich auf der <a href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/kowi\/mukom\/forschung_pronomen\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.uni-due.de\/kowi\/mukom\/forschung_pronomen\">Homepage der Arbeitsgruppe<\/a> von Prof. Dr. Pitsch: <a href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/kowi\/mukom\/forschung_pronomen\">https:\/\/www.uni-due.de\/kowi\/mukom\/forschung_pronomen<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Beschreibung des Projekts<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Ziel<\/strong> dieses Teilprojekts ist es, die <strong>multimodale Dimension von pronominaler Personenreferenz<\/strong> zu untersuchen und systematisch beschreibbar zu machen, wie sie in <strong>Interaktionssituationen mit komplexen Beteiligungsstrukturen<\/strong> eingesetzt wird. Ausgangspunkt ist eine grundlegend multimodale Verfasstheit von kommunikativen und sozialen Praktiken in face-to-face Situationen, derzufolge sprachliche Ph\u00e4nomene \u2013 hier: pronominale Personenreferenz \u2013 in ein dynamisches Zusammenspiel aus verschiedenen kommunikativen Ressourcen eingebunden sind. Verbalsprache, Blick, Gestik, K\u00f6rperorientierung, Bewegung im Raum bilden gemeinsam \u201ecomplex communicative Gestalts\u201c (Mondada 2014:140), die dynamisch im Interaktionsverlauf emergieren, konfiguriert und re-konfiguriert werden. Im Rahmen einer <strong>multimodalen Grammatik-in-Interaktion<\/strong> stellen empirische Untersuchungen zur Multimodalit\u00e4t von Personalpronomen und darauf basierende Konzeptualisierungen ein Desiderat dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Basis eines <strong>Video- und EyeTracking-Korpus von komplexen Notfall\u00fcbungen (Massenanfall von Verletzten)<\/strong> adressiert das Projekt die folgenden <strong>Forschungsfragen<\/strong>: (1) Welche interaktiven Dynamiken und Muster zeigen sich im Zusammenspiel verbaler und verk\u00f6rperter Ausdrucksmittel bei der pronominalen Bezugnahme auf Personen? (2) Wie l\u00e4sst sich pronominale Personenreferenz als eine komplexe, sequenziell und interaktiv organisierte \u201ecommunicative gestalt\u201c fassen? Gibt es eine funktionale Arbeitsteilung zwischen den verschiedenen kommunikativen Ressourcen? (3) Wie wirken sich Interaktivit\u00e4t, ein dynamisches Participation Framework, Adressatenorientierung, Bewegung und Orientierung im Raum und Stancetaking auf die Praktik pronominaler Personenreferenz aus? (4) Was bedeutet es f\u00fcr das Konzept pronominaler Referenz, wenn diese auf verbaler Ebene ausbleibt und nur mittels Blick und k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4ten Referenzierung hergestellt wird? (5) Wie ver\u00e4ndert sich Personenreferenz je nachdem wie Personen institutionell kategorisiert werden (Schweregrad einer Verletzung bzw. tot, Ansprechbarkeit, Funktionsrolle) und welche Implikationen f\u00fcr Anschlu\u00dfhandlungen erwachsen daraus?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt erbringt <strong>Ergebnisse<\/strong> auf drei Ebenen: (1) <strong>Empirisch<\/strong>: Systematische Rekonstruktion von pronominaler Personenreferenz als multimodale Gestalt und in ihrer sequenziellen Positionierung, wobei die Funktion einzelner Modalit\u00e4ten und die Rolle von Interaktivit\u00e4t, Mobilit\u00e4t und Beteiligungsstrukturen ber\u00fccksichtigt werden. (2) <strong>Methodisch<\/strong>: Eine Verbindung von qualitativen mikro-analytischen Fallstudien und korpuslinguistischer Herangehensweise. (3) <strong>Konzeptuell<\/strong>: Einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer multimodalen Grammatik-in-Interaktion und Entwicklung eines multimodalen Zugangs zu pronominaler Personenreferenz sowie eine Diskussion \u00fcber den Status von &#8222;embodiment&#8220; im Rahmen einer Grammatik.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">DFG-Projekt &#8222;Multimodalit\u00e4t von Personenreferenz: Pronominale Personenreferenz in Notfall\u00fcbungen von Medizinern und Feuerwehr\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Teilprojekt im Rahmen der Forschergruppe Praktiken der Personenreferenz (Essen, Hamburg, M\u00fcnster &#8211; Sprecher: Wolfgang Imo)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt \u201eMultimodalit\u00e4t von Personenreferenz\u201c ist Teil der Forschergruppe \u201ePraktiken der Personenreferenz&#8220;.&nbsp;<strong>Ziel<\/strong>&nbsp;dieses Teilprojekts ist es, die&nbsp;<strong>multimodale Dimension von pronominaler Personenreferenz<\/strong>&nbsp;zu untersuchen und systematisch beschreibbar zu machen, wie sie in&nbsp;<strong>Interaktionssituationen mit komplexen Beteiligungsstrukturen<\/strong>&nbsp;eingesetzt wird. Ausgangspunkt ist eine grundlegend multimodale Verfasstheit von kommunikativen und sozialen Praktiken in face-to-face Situationen, derzufolge sprachliche Ph\u00e4nomene \u2013 hier: pronominale Personenreferenz \u2013 in ein dynamisches Zusammenspiel aus verschiedenen kommunikativen Ressourcen eingebunden sind. Verbalsprache, Blick, Gestik, K\u00f6rperorientierung, Bewegung im Raum bilden gemeinsam \u201ecomplex communicative Gestalts\u201c (Mondada 2014:140), die dynamisch im Interaktionsverlauf emergieren, konfiguriert und re-konfiguriert werden. Im Rahmen einer&nbsp;<strong>multimodalen Grammatik-in-Interaktion<\/strong>&nbsp;stellen empirische Untersuchungen zur Multimodalit\u00e4t von Personalpronomen und darauf basierende Konzeptualisierungen ein Desiderat dar.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Projektvorhaben<\/h2>\n\n\n\n<p>(1) Welche&nbsp;<strong>interaktiven Dynamiken und Muster<\/strong>&nbsp;zeigen sich im Zusammenspiel verbaler und verk\u00f6rperter Ausdrucksmittel bei der pronominalen Bezugnahme auf Personen?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Wie l\u00e4sst sich pronominale Personenreferenz als eine<strong>&nbsp;komplexe, sequenziell und interaktiv<\/strong>&nbsp;organisierte \u201ecommunicative gestalt\u201c fassen? Gibt es eine funktionale Arbeitsteilung zwischen den verschiedenen kommunikativen Ressourcen?<\/p>\n\n\n\n<p>(3) Wie wirken sich Interaktivit\u00e4t, ein&nbsp;<strong>dynamisches Participation Framework<\/strong>, Adressatenorientierung, Bewegung und Orientierung im Raum und Stancetaking auf die Praktik pronominaler Personenreferenz aus?<\/p>\n\n\n\n<p>(4) Was bedeutet es f\u00fcr das Konzept pronominaler Referenz, wenn diese auf verbaler Ebene ausbleibt und nur mittels Blick und k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4ten Referenzierung hergestellt wird?<\/p>\n\n\n\n<p>(5) Wie ver\u00e4ndert sich Personenreferenz je nachdem wie Personen institutionell kategorisiert werden (Schweregrad einer Verletzung bzw. tot, Ansprechbarkeit, Funktionsrolle) und welche Implikationen f\u00fcr Anschlu\u00dfhandlungen erwachsen daraus?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Daten: Massenanfall von Verletzten (MANV)<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Projekt verfolgt dieses Interesse auf der Basis eines\u00a0<strong>Korpus von komplexen Notfall\u00fcbungen\u00a0<\/strong>von Gro\u00dfschadenslagen (<strong>Massenanfall von Verletzten<\/strong>, MANV)<strong>.\u00a0<\/strong>Es umfasst Aufzeichnungen\u00a0von\u00a0<strong>7 \u00dcbungen<\/strong>\u00a0\u00e0 3\u00a0Stunden, welche jeweils mit zwischen\u00a0<strong>15\u00a0und\u00a020\u00a0station\u00e4ren und mobilen 4k-Kameras<\/strong>\u00a0aufgezeichnet wurden.\u00a0Zus\u00e4tzlich tragen bei allen Aufzeichnungen ausgew\u00e4hlte Schl\u00fcsselpersonen im Setting\u00a0<strong>Eye-Tracking-Brillen<\/strong>, um die Analyse von Blick-in-Interaktion zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"337\" src=\"https:\/\/tp6.forschungsgruppe-pronomen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Massenanfall-Verletzter.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-510\" srcset=\"https:\/\/tp6.forschungsgruppe-pronomen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Massenanfall-Verletzter.jpg 600w, https:\/\/tp6.forschungsgruppe-pronomen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Massenanfall-Verletzter-300x169.jpg 300w, https:\/\/tp6.forschungsgruppe-pronomen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Massenanfall-Verletzter-18x10.jpg 18w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Methodik: Konversationsanalyse &amp; Korpuslinguistik<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\"><strong>Korpus-Aufbereitung<\/strong><\/td><td><strong>Annotation<\/strong><\/td><td><strong>Korpus-Plattform<\/strong><\/td><\/tr><tr><td class=\"has-text-align-left\" data-align=\"left\">Der Korpus-Workflow f\u00fcr die systematische Aufbereitung von Daten aus multimodaler Interaktion und die Realisierung unserer MuKom-ZuMult-Instanz an der UDE sind in enger&nbsp;<strong>Synergie<\/strong> mit unseren Projekten&nbsp;<a href=\"https:\/\/zat.nrw\/\"><strong>ZAT<\/strong><\/a>&nbsp;(2023-2026, mit&nbsp;<strong>T. Schmidt und A. Ferger)<\/strong>&nbsp;und&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/kowi\/mukom\/mumocorp\">DataReuse<\/a><\/strong>&nbsp;(2022-2023, mit A. Ferger und A. Krause) entstanden. <\/td><td>Im Verlaufe des Projekts wird das Korpus aus MANV-\u00dcbungen mit einem besonderen Fokus auf die beiden Einsatz-Situationen &#8222;<strong>Triage<\/strong>&#8220; (n=185) und &#8222;<strong>Lagebesprechung<\/strong>&#8220; (n=500) aufgearbeitet.&nbsp;Daf\u00fcr werden manuell&nbsp;<strong>Transkripte in Elan<\/strong>&nbsp;erstellt, welche automatisiert lemmatisiert, normalisiert und POS-getaggt werden. Dar\u00fcber hinaus werden konversationsanalytisch fundierte&nbsp;<strong>Annotationen<\/strong>&nbsp;wie&nbsp;<strong>Blick, Postur, Interaktionsaufgabe und Ber\u00fchrung<\/strong>&nbsp;erg\u00e4nzt, um die praktische&nbsp;Funktion von Personalpronomen im Kontext komplexer Interaktionssituationen auch&nbsp;<strong><a href=\"https:\/\/zenodo.org\/records\/19188310\">multimodal<\/a><\/strong>&nbsp;zu erschlie\u00dfen.<\/td><td>Das so aufbereitete und annotierte Korpus wird \u00fcber einen&nbsp;<strong>integrativen Korpus-Workflow<\/strong>&nbsp;in einer eigenen Instanz der&nbsp;<strong>Korpus-Plattform<\/strong>&nbsp;&#8222;<a href=\"https:\/\/zumult.org\/\">ZuMult<\/a>&#8220; zug\u00e4nglich und f\u00fcr die Analyse durchsuchbar gemacht.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ergebnisse &amp; Publikationen<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Projekt erbringt&nbsp;<strong>Ergebnisse<\/strong>&nbsp;auf drei Ebenen: (1)&nbsp;<strong>Empirisch<\/strong>: Systematische Rekonstruktion von pronominaler Personenreferenz als multimodale Gestalt und in ihrer sequenziellen Positionierung, wobei die Funktion einzelner Modalit\u00e4ten und die Rolle von Interaktivit\u00e4t, Mobilit\u00e4t und Beteiligungsstrukturen ber\u00fccksichtigt werden. (2)&nbsp;<strong>Methodisch<\/strong>: Eine Verbindung von qualitativen mikro-analytischen Fallstudien und korpuslinguistischer Herangehensweise. (3)&nbsp;<strong>Konzeptuell<\/strong>: Einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer multimodalen Grammatik-in-Interaktion und Entwicklung eines multimodalen Zugangs zu pronominaler Personenreferenz sowie eine Diskussion \u00fcber den Status von &#8222;embodiment&#8220; im Rahmen einer Grammatik.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/tp6.forschungsgruppe-pronomen.de\/publikationen\/\">Zu den Publikationen, Ergebnissen und Workshops<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Willkommen auf der Projektseite des Teilprojekt 6! 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