{"id":39,"date":"2023-04-18T18:42:16","date_gmt":"2023-04-18T18:42:16","guid":{"rendered":"https:\/\/forschungsgruppe-pronomen.de\/?page_id=39"},"modified":"2024-03-05T13:15:30","modified_gmt":"2024-03-05T13:15:30","slug":"praktiken-der-personenreferenz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/tp6.forschungsgruppe-pronomen.de\/en\/","title":{"rendered":"Teilprojekt 6: Multimodalit\u00e4t von Personenreferenz"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Willkommen auf der Projektseite des Teilprojekt 6!<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Mitarbeiter:innen: Karola Pitsch, Felix Bergmann (Duisburg-Essen)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ziel<\/strong> dieses Teilprojekts ist es, die <strong>multimodale Dimension von pronominaler Personenreferenz<\/strong> zu untersuchen und systematisch beschreibbar zu machen, wie sie in <strong>Interaktionssituationen mit komplexen Beteiligungsstrukturen<\/strong> eingesetzt wird. Ausgangspunkt ist eine grundlegend multimodale Verfasstheit von kommunikativen und sozialen Praktiken in face-to-face Situationen, derzufolge sprachliche Ph\u00e4nomene \u2013 hier: pronominale Personenreferenz \u2013 in ein dynamisches Zusammenspiel aus verschiedenen kommunikativen Ressourcen eingebunden sind. Verbalsprache, Blick, Gestik, K\u00f6rperorientierung, Bewegung im Raum bilden gemeinsam \u201ecomplex communicative Gestalts\u201c (Mondada 2014:140), die dynamisch im Interaktionsverlauf emergieren, konfiguriert und re-konfiguriert werden. Im Rahmen einer <strong>multimodalen Grammatik-in-Interaktion<\/strong> stellen empirische Untersuchungen zur Multimodalit\u00e4t von Personalpronomen und darauf basierende Konzeptualisierungen ein Desiderat dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Basis eines <strong>Video- und EyeTracking-Korpus von komplexen Notfall\u00fcbungen (Massenanfall von Verletzten)<\/strong> adressiert das Projekt die folgenden <strong>Forschungsfragen<\/strong>: (1) Welche interaktiven Dynamiken und Muster zeigen sich im Zusammenspiel verbaler und verk\u00f6rperter Ausdrucksmittel bei der pronominalen Bezugnahme auf Personen? (2) Wie l\u00e4sst sich pronominale Personenreferenz als eine komplexe, sequenziell und interaktiv organisierte \u201ecommunicative gestalt\u201c fassen? Gibt es eine funktionale Arbeitsteilung zwischen den verschiedenen kommunikativen Ressourcen? (3) Wie wirken sich Interaktivit\u00e4t, ein dynamisches Participation Framework, Adressatenorientierung, Bewegung und Orientierung im Raum und Stancetaking auf die Praktik pronominaler Personenreferenz aus? (4) Was bedeutet es f\u00fcr das Konzept pronominaler Referenz, wenn diese auf verbaler Ebene ausbleibt und nur mittels Blick und k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4ten Referenzierung hergestellt wird? (5) Wie ver\u00e4ndert sich Personenreferenz je nachdem wie Personen institutionell kategorisiert werden (Schweregrad einer Verletzung bzw. tot, Ansprechbarkeit, Funktionsrolle) und welche Implikationen f\u00fcr Anschlu\u00dfhandlungen erwachsen daraus?<\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt erbringt <strong>Ergebnisse<\/strong> auf drei Ebenen: (1) <strong>Empirisch<\/strong>: Systematische Rekonstruktion von pronominaler Personenreferenz als multimodale Gestalt und in ihrer sequenziellen Positionierung, wobei die Funktion einzelner Modalit\u00e4ten und die Rolle von Interaktivit\u00e4t, Mobilit\u00e4t und Beteiligungsstrukturen ber\u00fccksichtigt werden. (2) <strong>Methodisch<\/strong>: Eine Verbindung von qualitativen mikro-analytischen Fallstudien und korpuslinguistischer Herangehensweise. (3) <strong>Konzeptuell<\/strong>: Einen Beitrag zur Weiterentwicklung einer multimodalen Grammatik-in-Interaktion und Entwicklung eines multimodalen Zugangs zu pronominaler Personenreferenz sowie eine Diskussion \u00fcber den Status von &#8222;embodiment&#8220; im Rahmen einer Grammatik.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Willkommen auf der Projektseite des Teilprojekt 6! Mitarbeiter:innen: Karola Pitsch, Felix Bergmann (Duisburg-Essen) Ziel dieses Teilprojekts ist es, die multimodale Dimension von pronominaler Personenreferenz zu untersuchen und systematisch beschreibbar zu machen, wie sie in Interaktionssituationen mit komplexen Beteiligungsstrukturen eingesetzt wird. 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